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Moses & Taps: Coca-Cola Wholecar durch Hamburg

„Werbefolien sind doch irgendwie 90er – Lack aus der Dose gehört die Zukunft.“ Die S-Bahn (Linie S31) fuhr am heutigen Mittwoch-Morgen mit einem Waggon, bemalt mit dem weltbekannten Coca-Cola Schriftzug, in den Bahnhof Altona ein. Was einige auf den ersten Blick tatsächlich für Werbung hielten, stammt eigentlich aus den Sprühdosen des Sprayer-Kollektivs „MOSES & TAPS™“.

Die BILD-Zeitung betitelte Moses einst als frechsten Sprayer Deutschlands. Hinter dem Pseudonym „MOSES & TAPS™“ scheint hingegen eine ganze Gruppe von Sprühern zu agieren, die sich mit aufwändigen und kreativen Wholecars über die Landesgrenzen hinaus in der Szene einen Namen gemacht haben. Zuletzt sorgten sie mit einer zugemauerten Tür in der Hamburger S-Bahn für bundesweite Schlagzeilen.

S-Bahn Waggon im Coca-Cola Design

Der mit dem berühmten Coca-Cola Schriftzug verzierte S-Bahn Waggon mag einigen Passanten gar nicht aufgefallen sein. Viele werden es als Werbung abgestempelt haben, so gut wurden Typo und Farbton der Limo-Marke getroffen. Einzig der matte Anblick der Farbe und die fehlende Transparenz durch die Fensterscheiben hätten skeptisch machen können.

Es ist nicht das erste Graffiti dieser Art von Moses & Taps. In der Vergangenheit adaptieren sie das Logo der TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ und machten daraus „Germany’s next Topsprayer„. Wie gegen die Graffiti-Künstler Tese und Rage ermittelt auch gegen Moses & Tapes die Soko Graffiti. Sonderlich stören tut das die Sprüher scheinbar nicht. Trotz der vielen Ermittlungsarbeit gibt es von beiden Gruppen regelmäßig neuen Output zu bestaunen.

Coca-Cola Graffiti auf dem S-Bahn Waggon

(Artikel und Bildmaterial ahoihamburg.net)

So kam die Mauer in die Hamburger S-Bahn

Dieser Streich ging durch die lokalen Medien als auch internationale Presse: Im April wurde die Tür einer Hamburger S-Bahn-Linie mit Beton-Steinen zugemauert.

Auf der Fahrt vom S-Bahn Haltepunkt Blankenese zum Bahnhof Altona (Linie S11) wurde die zugemauerte Tür entdeckt. Alle fragten sich: „Wie kommt man bloß auf so eine Idee und wie haben die das wohl gemacht?“. Die Ermittlungen der Polizei schienen ins Leere zu laufen, nun wurde ein Video von den Tätern veröffentlicht dass Licht in die Sache bringt:

Wie die Mauer in die Hamburger S-Bahn kam (Video)

Am hellichten Tag schleppten die bekannten Graffiti-Sprüher von MOSES & TAPS™ (TM) das Baumaterial in den S-Bahn Wagon, rührten den Mörtel an und zersägten die Beton-Steine. Ohne Eile ließen sie die S-Bahn-Tür Klotz für Klotz hinter einer Mauer verschwinden. Laut Spiegel Online war der Zug zwölf Stunden nicht einsatzbereit und der Schaden betrage Zehntausende Euro.

Farbanschläge auf S-Bahnen beschäftigt Bundespolizei

Die vergangenen Tage gab es zahlreiche Farbanschläge auf Hamburger S-Bahnen: Nun hat sich auch die Bundespolizei der Sache angenommen und ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Wie die Bundespolizei heute bestätigte, sind seit dem 6. Oktober zahlreiche S-Bahn-Wagons von unbekannten Tätern mit Lackfarbe, Öl und Teer beschmiert worden. Besonders traf es die Linien zwischen den Stadtteilen Blankenese und Altona (S1) sowie nach Bergedorf (S2).

Farbe direkt aus Beuteln und Kanistern

Hamburger S-Bahn beschmiert mit "Oz" Tags

Hamburger S-Bahn beschmiert mit „Oz“ Tags

Ersten Angaben zufolge warfen die Täter die Farbe aus Beuteln und Kanistern von S-Bahn-Brücken auf die vorbeifahrenden Züge. Fast ein Dutzend Züge wurden auf diese Weise binnen 4 Tagen beschmiert. Die Reinigung ist äußerst aufwendig und wird noch rund eine Woche in Anspruch nehmen – vorausgesetzt der Vandalismus geht nicht in eine neue Runde. Einem NDR-Bericht zufolge beträgt der entstandene Schaden schon jetzt über 100.000 Euro.

In Gedenken an den verstorbenen Sprayer „Oz“

In diversen Hamburger Medien wird spekuliert, ob die Anschläge mit dem Unfalltod des Hamburger Sprayers „Oz“ in Verbindung stehen. Dessen deutschlandweit bekanntes Kürzel wurde nach seinem tragischen Tod, ebenfalls tausendfach an Züge und Bahnhofswände gesprayt.

Quelle: via NDR
Ähnliche Artikel: Polizei jagt Graffiti-Sprüher “DSF”, “TESE” und “RAGE”

Hamburger Graffiti-Legende „Oz“ ist gestorben

Seine Graffiti und Schmierereien waren weit über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus bekannt. Seit 1977 schmierte er konsequent seine Tags an Wände, Stromkästen, Gullideckel, Gleisanlagen, Verkehrsschilder und vielen anderen Orten – nun ist der Sprayer OZ bei einem Unfall gestorben.

Er gehörte zu den Legenden der Graffiti-Szene: Der Hamburger Sprayer Walter F., besser bekannt als „Oz“ ist gestorben. Die Leiche des 64-Jährigen wurde gegen 23.15 Uhr an den S-Bahn-Gleisen zwischen den Stationen Hauptbahnhof und Berliner Tor gefunden. Eine S-Bahn der Linie S1 erwischte ihn beim sprühen einer Stromschiene und er erlag seinen Verletzungen.

Oz brachte es unter seinem „Künstlernamen“ zu überregionaler Bekanntheit und genoss Unterstützung weit über die Sprayer-Szene hinaus. Sein Tag, bestehend aus den beiden Buchstaben OZ (soll eigentlich Olli heißen), soll er laut Medienberichten allein bis 2002 mehr als 120.000 Mal in Hamburg verbreitet haben ─  seine „Arbeiten“ sind in Hamburg und naher Umgebung allgegenwärtig.  Walter F. (†) verbreitet aber nicht nur sein „Oz“-Tag, bekannt waren auch seine Smileys auf Verkehrsschildern, Kringel (Spiralen) und FCSP Schriftzüge.

OZ letztes Graffiti im September 2014

Die von ihm verursachten Schäden wurde bereits 1999 auf einen sechsstelligen DM-Betrag geschätzt. Dutzende Male stand er vor Gericht, wurde er mehrfach verurteilt und hat bis 2007 insgesamt mehr als acht Jahre in Haft gesessen. Die Finger ließ er trotzdem nicht von den Sprühdosen, bis zum besagten letzten Oz-Tag am 25. September 2014.

Quelle: via NDR | (Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons)
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Streetart in Altona: „Du hast keine Seele aber du hast ein iPhone“

Besonders interessant wirkt Streetart immer dann, wenn es sozialkritisch ist und Menschen zum nachdenken anregt. Das überdimensionierte Smartphone mit der Aufschrift „Du hast keine Seele aber du hast ein iPhone“ ist ein schönes Beispiel dafür.

Ein schönes Statement in Richtung einer immer weiter wachsenden Konsumgesellschaft. Auffällig positioniert in der Ottensener Hauptstraße in Hamburg Altona. Zugegeben, das Kunstwerk existiert schon etwas länger – trotzdem soll es hier nicht unerwähnt bleiben.

Kurioses Gesuch: „Suche ewige Liebe – biete 10 Euro“

Viele Wege führen nach Rom und die Suche nach der ewigen Liebe kann vielleicht über bedrucktes Papier, angebracht an einer Laterne nahe der Speicherstadt, erfolgreich beendet werden.

So, oder so ähnlich dachte wohl die Verfasserin des Papiers mit den Worten „”Suche ewige Liebe, biete 10 Euro”! Wie sagt man so schön: „Ungewöhnliche Umstände erfordern nun mal ungewöhnliche Maßnahmen” Ganz streng genommen ein ziemlich kleiner Lohn für das Finden der ewigen Liebe.

Wir wünschen noch viel Erfolg bei der Suche … 🙂