Hansa-Theater zwangsversteigert – die letzte Schlacht ist geschlagen

Klingelknopf am Tisch im Hansa Theater

St. Georg – die allerletzte Schlacht um das traditionsreiche Hansa-Theater ist geschlagen! 

Im Amtsgericht St. Georg wurde das Hansa-Varieté-Theater gestern zwangsversteigert. Nach einem fast einstündigen Bieterkrimi zwischen vier Parteien erhielten die Brüder Maximilian und Moritz Schommartz (die HWS Immobilien und Vermögensverwaltung) für 21,1 Millionen Euro den Zuschlag. Zu dem Hansablock gehören neben dem Theater vier Wohn- und Geschäftshäuser.

Vorangegangen war ein jahrelanger Erbschaftsstreit zwischen den drei Töchtern der Theatergründer Paul und Telse Grell. Bis zum Schluss wollten zwei der drei Theater-Erbinnen die Versteigerung verhindern – die dritte Erbin wollte sich hingegen auszahlen lassen. Eine Einigung kam nicht zustande. Die neuen Besitzer Schommartz machten zuletzt Schlagzeilen mit dem Erwerb der Schanzenhöfe.

Denkmalschutz zur Rettung des Varieté-Theaters

Um das Varieté-Theater zu retten, hatte die Stadt es Anfang April unter Denkmalschutz gestellt. Das Hansa-Theater wurde 1894 eröffnet – hier traten Künstler wie Hans Albers, Josephine Baker und die Comedian Harmonists auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater zerstört. Im Jahr 1953 erfolgte ein Umbau – das Hansa-Theater wurde zum Showtheater mit Restaurant. Aufgrund von geringen Besucherzahlen es jedoch 2001 schließen. 2009 wurde das Varieté-Theater unter Leitung von Thomas Collien und Ulrich Waller erfolgreich wieder eröffnet. Die Einrichtung des Theaters (von den Bühnenbildern bis zum Klingelknopf am Tisch) blieb seit 1953 nahezu unverändert.

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(Pressebild: Hansa Theater / Oliver Fantitsch)

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