Totenkopf von St. Pauli: Entstehung und Bedeutung

Totenkopf von St. Pauli: Entstehung und Bedeutung

Dass der FC St. Pauli kein normaler Verein ist muss man niemandem mehr erzählen. Die Fans gehören stimmungstechnisch zu den Besten in Deutschland und auch sonst wird die traditionelle Fußballkultur im Hamburger Stadtteil hochgehalten. Kaum ein Symbol prägt den Verein dabei so wie der Totenkopfschädel, welcher zahlreiche Flaggen und Fanartikel ziert.

Vom Piratenschiff bis zum Millerntor

Ursprünglich aus dem Barock stammend, waren es vor allem Seeräuber, welche den Totenschädel als Erkennungsmerkmal nutzten, um damit für Angst und Schrecken auf See zu sorgen. Auch in der späteren Geschichte wurde das Symbol zahlreich eingesetzt, unter anderem bei beim Militär. Die Bundeswehr setzte es beispielsweise als Abzeichen für Panzeraufklärer ein, bis es 1980 mit einem Luchskopf ausgetauscht wurde.

Kurze Zeit später war es eher Zufall, dass der alternative Punkrocker und St. Pauli-Fan „Doc Mabuse“ zum Anfeuern seines Lieblingsvereins eine Totenkopf-Fahne mit ans Millerntor nahm. Diese befestigte er an einem Besenstiel, was wiederum andere Stadiongänger inspirierte. Das Totenkopf-Logo, so wie es heute verwendet wird, wurde von Steph Braun entwickelt, der auch die Rechte an dem Logo hielt.

Geschichte hinter dem Totenkopf

Das Ergebnis ist bekannt: Heute gehört die schwarze Flagge mit weißem Totenschädel zu St. Pauli, wie der AC/DC Song „Hells Bells“ beim Einlaufen der Spieler. Das Totenkopf-Shirt ziert heute auch Fussball-unabhängig viele Hiphop-Videos und sogar Kinofilme. Seit jeher eint der Verein die alternative, linke Szene und ist praktisch das Gegenstück zum Stadtrivalen Hamburger SV. Auch über 30 Jahre später hat sich auf St. Pauli wenig geändert und doch gibt es mittlerweile eine Kampagne, welche der fortschreitenden Kommerzialisierung des Stadtteils den Kampf angesagt an. Man will keine Trend- oder Modeläden im Alternativviertel Hamburgs, man will nicht, dass der Verein lediglich aufs Geld und weniger auf die Fans schaut und man will St. Pauli so erhalten wie es ist. Das Symbol der Kampagne: Der Totenkopf.

FC. St. Pauli – der etwas andere Verein (Video)

In der NDR Reportage 45min wird anlässlich des hundertjährigen Bestehens die Geschichte vom FC St. Pauli genauer erklärt. Vom Stadtteil-Club zum absoluten Mythos. Mit dabei natürlich Doc Mabuse und Holger Stanislawski.



Ähnliche Artikel

Die größten Ereignisse der Geschichte im Volksparkstadion

1953 war nicht nur für den Sport ein Meilenstein in der Geschichte Hamburgs. Mit der Eröffnung des Volksparkstadions existierte endlich

Hamburg Blogs: Die Bloggerszene der Hansestadt

Hamburg ist das Tor der Welt ─ und wie es sich für eine moderne Medienmetropole gehört, gibt es hier eine

Geld wechseln: Fremdwährungen tauschen in Hamburg

Viele werden das Problem kennen: Man kommt aus dem Urlaub oder von der Geschäftsreise und hat das umgetauschte Geld nicht