Seilbahn Hamburg: Viel Streit um eine eigentlich charmante Idee

Seilbahn Hamburg: Viel Streit um eine eigentlich charmante Idee

Wirft man momentan einen Blick in Hamburger Zeitungen, Online-Magazine und Blogs kommt man an einem Thema nicht vorbei: Die kontroverse Diskussion rund um die geplante Seilbahn im Hamburger Hafen. Besonders im sozialen Netzwerk Twitter machen sich die Gegner aktuell Luft.

Über eine Distanz von rund 1500 Metern soll die Seilbahn die Innenstadt mit dem Süden Hamburgs verbinden. Auf diesen Weg sollen sowohl Touristen als auch Hamburger die Stadt von oben neu entdecken können. In schwebenden Gondeln geht es dann über die Elbe und über den Hafen, vorbei an wichtigen Wahrzeichen der Stadt. Den Steuerzahler kostet das Projekt keinen Cent, denn die nötigen 35 Millionen Euro übernehmen die Investoren Stage Entertainment sowie Doppelmayr.

Ohne Kosten eine Attraktion mehr für Hamburg?

Hamburg könnte scheinbar ohne jegliche Kosten um eine Attraktion reicher werden. Wie in den großen Metropolen London und Barcelona könnte man die Stadt von oben betrachten. Dass die Initatitoren dieses Projekt nicht aus Nächstenliebe verwirklichen wollen, sondern aus wirtschaftlichen Interessen ist ebenfalls verständlich ─ irgendwie muss das neue, spektakuläre Verkehrsmittel schließlich finanziert werden. Durchaus nachvollziehbar, würde es sich bei dem Plan zum Bau der Seilbahn nicht um ein Bürgerbegehren handeln. Genau an diesem Punkt stören sich die Kritiker und Gegner der „Initiative Hamburger Seilbahn“.

Letzte Woche dann der Eklat: Seilbahnbauer Doppelmayr und der Musicalkonzern Stage Entertainment stellten 10 Millionen Euro für soziale Projekte in Aussicht, wenn der Bürgerentscheid zu Gunsten der Seilbahn entschieden wird. Das roch natürlich förmlich danach, als wollen die Investoren den Bürgerentscheid einfach mit viel Geld kaufen. Kritiker bestätige es in ihrer These, dass es sich bei dem Projekt um das erste “kommerzielle Bürgerbegehren“ handelt.

Das Image der Seilbahn Hamburg

Was viele Hamburger wirklich stört ist scheinbar nicht die Seilbahn selbst, sondern die Art und Weise wie das Investorenmodell „Hamburg Seilbahn“ präsentiert und verkauft wird. Das zeigt sich vor allem im sozialen Netzwerk Twitter, in dem Seilbahn-Gegner ihren Frust freien Lauf lassen. Durch den besagten Eklat haben sie plötzlich deutlich mehr Zuspruch erhalten, dieser wird sowohl sachlich, schroff als auch auch etwas überspitzt zum Ausdruck gebracht.

Nach der unglaublichen schlechten PR in den letzten Tagen bleibt die Frage: Geht es beim kommenden Bürgerentscheid wirklich um die Seilbahn selbst, oder entscheidet am Ende die öffentliche Meinung über das zuletzt unmoralische Angebot rund um die Zukunft des Millionen-Projekts. Letzteres wäre vermutlich sehr schade, da viele Hamburger der Seilbahn einen gewissen Charme abgewinnen können und den Hamburger Hafen gerne einmal von oben bestaunen würden.

(Bea)

Animationsvideo Hamburger Seilbahn

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