Die größten Ereignisse der Geschichte im Volksparkstadion

Die größten Ereignisse der Geschichte im Volksparkstadion

1953 war nicht nur für den Sport ein Meilenstein in der Geschichte Hamburgs. Mit der Eröffnung des Volksparkstadions existierte endlich ein großes Stadion für Fußball, Sport, Events und Konzerte in der Hansestadt. Wir werfen einen Blick auf einige der wichtigsten Ereignisse in der Stadionhistorie.

Fußball-Weltmeisterschaft 1974

Der Hamburger SV spielte noch bis zur Neueröffnung auf dem Sportplatz am Rothenbaum, doch das brandneue Volksparkstadion gab den Hanseaten deutlich mehr Optionen , vor allem im Hinblick auf Kapazität und Komfort. Vom teils renovierungsbedürftigen Platz ging es ins neue Stadion, das auf einmal 76.000 Zuschauer aufnehmen konnte. Selbst wenn sich dies meist noch als etwas überdimensioniert darstellte, half es insbesondere der Hamburger Bewerbung als Austragungsstätte der Fußball-Weltmeisterschaft 1974.

Karte für BRD gegen die DDR

„Eintrittskarte zum einzigen Fußballländerspiel der BRD gegen die DDR“ von Ingridchen – Wikimedia

Nach dem Zuschlag durch den DFB wurden im Anschluss Umbaumaßnahmen in Höhe von 17 Millionen DM eingeleitet, welche die Errichtung einer überdachten Sitzplatz-Gegentribüne zur Folge hatten. Die Kapazität sank zwar auf rund 61.000 Plätze, doch Hamburg war nun endlich bereit, die Welt im Norden zu begrüßen. Trotz nur drei Vorrundenspielen war eines der historischsten Spiele der deutschen Länderspielgeschichte im Volksparkstadion zu bewundern. Über 60.000 Menschen kamen, um einen überraschenden 1:0 Sieg der DDR über die BRD zu sehen. Jürgen Sparwasser schockte den späteren Weltmeister unter Helmut Schön mit einem späten Tor in der 77. Minute.

An den anderen Spielen bestand etwas weniger Interesse: 70.000 Zuschauer teilten sich auf DDR – Australien und Australien – BRD auf.

Fußball-Europameisterschaft 1988

Das nächste große Fußball-Turnier in Deutschland fand kurz vor der Wiedervereinigung statt. 1988 war Hamburg ein Teil der Europameisterschaft, die am Ende von der Niederlande gewonnen wurde. Eines der wichtigsten Spiele auf dem Weg zum Titel fand im Volksparkstadion statt: Das Halbfinale zwischen der deutschen Mannschaft und seinen Nachbarn im Nordwesten. Trotz einer 1:0 Führung durch den Elfmeter von Lothar Matthäus in der 55. Minute konnte die DFB-Elf ihren Vorsprung nicht über die Zeit bringen und musste, nach dem Ausgleich knapp 20 Minuten später, gar noch die späte Niederlage akzeptieren.

Marco van Basten erzielte in der 88. Minute das 1:2 und entfachte damit regelrechte Jubelstürme in den Niederlanden, die ihren ersten und einzigen Titel gewinnen konnten. Im Finale ließ er nach Ruud Gullits Führungstor das vorentscheidende 2:0 gegen die Sowjetunion folgen. Es gilt noch heute als eines der besten Tore der Fußballgeschichte.

Volksparkstadion: Ein Teil des Sommermärchens 2006

Als die Weltmeisterschaft zum ersten Mal nach 1974 wieder in Deutschland stattfand, bestand kein Zweifel an der Fähigkeit Hamburgs, Spiele auszurichten. Bereits bis zum Jahr 2000 wurde das Stadion so umgebaut, dass die ungeliebte Laufbahn verschwand und stattdessen die Ränge direkt bis an den Rasen führten, der zudem mit einer Heizung ausgerüstet wurde. Diese war im heißen Sommer 2006 glücklicherweise nicht vonnöten.

Fünf WM-Spiele wurden diesmal in Hamburg ausgetragen, doch die deutsche Mannschaft war zum ersten Mal bei einem Turnier nicht vor Ort. Stattdessen gab es andere Spiele zu bewundern. Unter anderem spielten in der deutschen Gruppe Ecuador und Costa Rica (3:0) gegeneinander. Des Weiteren war das letzte Spiel in der Arena das Viertelfinale zwischen Italien und der Ukraine, das die Südeuropäer deutlich für sich entschieden (3:0). Schließlich machte Italien auch noch den deutschen Traum vom Heim-Titel eine Runde später zunichte. Es brauchte letztlich acht Jahre und einen Trip nach Brasilien, bis sich die DFB-Elf ihrem Traum erfüllte. Momentan sind sie auch für das nächste Turniere in Russland der Favorit und kommen bei Betway auf eine WM-Gesamtsieg-Quote von 6.50 (Stand 7. Juni). Nicht besonders überraschend ist der Fakt, dass jedes Spiel in Hamburg ausverkauft war. Die Stadt und das ganze Land hat damals wie heute ein begeisterungsfähiges Publikum, das die Arena gerne füllt.

Das große Europa League-Endspiel 2010

Genauso war es dann auch 2010, als das Europa League-Finale im Volksparkstadion gastierte. Fast hätte es dabei den bestmöglichen Finalteilnehmer gegeben: den HSV. Leider verloren die Hamburger im Halbfinale gegen den mittlerweile in der zweiten englischen Liga spielenden FC Fulham. Stattdessen fanden sich die Briten im Finale wieder, in dem sie dem Favoriten Atlético Madrid alles abverlangten.

Letzten Endes feierten trotzdem die Spanier in Norddeutschland. Die uruguayische Stürmerlegende Diego Forlán entschied das Duell mit seinem Siegtor in der 116. Minute. Alle guten Dinge starten eindeutig im Hamburg, denn der Spieler selbst wurde wenig später zum besten Spieler der WM 2010 in Südafrika gewählt. Nach einigen Namensänderungen, von AOL-Arena bis hin zu Imtech-Arena, heißt das Stadion seit 2015 übrigens endlich wieder Volksparkstadion. In den Köpfen der Menschen war es nie anders.


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