Eimsbush: Einstiges Aushängeschild des Hamburger Hiphop

Eimsbush: Einstiges Aushängeschild des Hamburger Hiphop

Alles begann 1997 inspiriert durch die traditionellen New Yorker DJ Mix-Tapes:  Jan Eißfeldt, inzwischen besser bekannt als Jan Delay, versucht zunächst ein Tape-Label zu gründen, um seinen Kumpanen aus „Hamburg-Eimsbush“ ein unkompliziert funktionierende Forum zu bieten.

Dynamite Deluxe nahmen im Eimsbush Basement ihr erstes Demo auf. Eißfeldt (alias Jan Delay) versuchte, das später mit dem Prädikat „Kultstatus“ versehene Tape an Plattenfirmen zu verkaufen ─ diese lehnten allerdings dankend ab. Doch die steigende Nachfrage nach dem ersten Demo-Tape im Kool Keats Design (heute Typeholics), führte zu der Idee ein Indie-Label zu gründen, um den hohen kreativen Output des jungen Eimsbush-Basement publik zu machen.

Eimsbush Entertainment war geboren

Ein unabhängige Spielwiese der Hamburger Hiphop-Kultur im damals verkrampften Musik-Business. Wann, Was und Wo der Öffentlichkeit präsentierte entschied man selbst und kein schnöder Krawattenträger der nichts mit der Materie zu tun hatte. Das Konzept trug nach und nach immer größere Früchte, so daß das Team Eimsbush (also Künstler wie Jan Delay, Beginner, La Boom, Samy Deluxe (aka Sam Semilia), Tropf, D-Flame, Illo, DJ Mixwell, Charnell, DJ Dynamite und einiger weitere, sich später zweifelsfrei das Recht herausnehmen durften, den Hamburger Stadtteil Eimsbüttel auf die Karte der Hiphop-Landschaft gebracht zu haben.

„Hamburg City Allstars“ beim Release von „Deluxe Soundsystem“

Um das ganze bildlich und musikalisch etwas zu untermalen, hier mal eine Live-Performance des Hamburg-Allstars-Tracks „K2“ auf der Releaseparty von „Deluxe Soundsystem“ im März 2000 in Hamburg. Mit dabei u. a: Dendemann, Ferris MC, Denyo und Eißfeldt.


Das Ende des Hamburger Traditionslabels Eimsbush

Zuerst war es nur ein Gerücht, kurze Zeit später folgte Gewissheit: Das Traditionslabel Eimsbush meldete Ende September 2003 beim Amtsgerichts Hamburg Insolvenz an. Die neue Rap-Generation, geprägt vom neuen Wind aus Berlin, tat sich schwer mit Eimsbush-Emcees. Außer Samy Deluxe konnte bis Dato kein Act an den kommerziellen Erfolg der Beginner anknüpfen.

Das Label kommentierte das Ende von Eimsbush auf der mittlerweile nicht mehr existierenden Eimsbush-Website wie folgt: „Hinterher ist man immer schlauer, es geht halt doch nicht ohne Regeln und Gesetze. Fleiß, Pünktlichkeit und all diese deutschen, kreativ-tötenden Attribute. Es muß halt doch Hierarchien geben. Mitarbeiter und Künstler müssen anscheinend geknechtet und bevormundet werden … Vielleicht wären wir auch noch da, ohne DSL, Brenner, Euro und Depression, doch die Summe all dieser Teile lautet: Genickschuss!“


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