Café Keese: Einst eine Institution in Hamburg

Café Keese: Einst eine Institution in Hamburg

Als Bernhard Keese 1948 auf die Idee kam, in Hamburg das Café Keese zu gründen, war es nicht absehbar, was da für eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf nahm. Das Café befand sich zwischen der Reeperbahn und der Seilerstraße.

Eine nicht zu übersehende Leuchtreklame sorgte dafür, dieses Etablissement nicht zu übersehen. Vor dem Eingang wurde 1996 ein aus Hollywood nachempfundener Stern zu Ehren Udo Lindenbergs, in den Boden eingelassen.

Berühmt wurde das Café Keese durch den Ball Paradox

In den Hochzeiten des Cafés handelte es sich um ein vorzeigbares Tanzlokal, das ohne Probleme auch von älteren Generationen aufgesucht werden konnte, um eventuell einen Partner zu finden. Das Lokal im Stadtteil St. Pauli hatte in dieser Zeit nichts mit dem Rotlichttreiben in unmittelbarer Nachbarschaft zu tun.

Berühmt wurde Café Keese durch den Ball Paradox. Bei diesen Veranstaltungen forderten nicht die Herren die Damen zum Tanz auf, sondern es wurde umgekehrt praktiziert. Auf den Tischen waren nummerierte Telefone vorhanden, die eine unmittelbare Kontaktaufnahme ermöglichten.

Von der Damenwahl zu Quatsch und Räucheraal

Als Ende der 1990er Jahre der letzte Betreiber des Café Keese starb, musste es schließen. Das einstige Kultcafé kam nicht mehr aus den roten Zahlen heraus und wurde Teil der Geschichte. Bis heute versuchten einige Unternehmer, diesen Ort mit neuem Leben zu erwecken. Unter anderem fand hier der legendäre Quatsch Comedy Club eine kurze Bleibe.

Als letzter Pächter war der bekannte Fischhändler Jürgen Gosch für ein Jahr in diesen Räumlichkeiten. Selbst die „sündigste Fischbude“ konnte nicht mehr an dem damaligen Erfolgen heranreichen.


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